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EISKALT
Saisonrückblick Teil 1: Ein Märchen Namens OSC Eisladies
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24.05.2010 Nun ist also die Saison 2009/10 mit dem Ende der Weltmeisterschaft in Deutschland Geschichte. Zeit für einen Rückblick auf eine spannende und auch wieder erfolgreiche Saison. Den Start machen die OSC Eisladies, die in dieser Spielzeit in drei Wettbewerben jeweils einen Medallienplatz belegten.
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Die Eisladies hatten vor der Saison den Verlust von drei Leistungsträgerinnen zu verzeichnen. Claudia Grundmann beendete ihre Karriere, Haleigh Callison ging zurück nach Kanada und Miriam Kresse pausierte im Jahr 2009 wegen Prüfungsarbeiten. Einziger Neuzugang mit Erfahrung war Martina Johansson, die zuvor aber ein Jahr pausiert hatte. Davor war sie in der 1. Schwedischen Liga aktiv. Weitere Neuzugänge waren Heimkehrerin Lisa Hüffner (22, ES Weißwasser), die jedoch mehr als Schiedsrichterin agierte, Torhüterin Dörthe Kerkau (18, Beach Girls Timmendorf) sowie ein halbes Dutzend Mädchen, die schnell den Spitznamen "Pampersbande" erhielten. Alle waren per Doppellizenz sowohl im Nachwuchsbereich als auch für die Eisladies spielberechtigt. Aus Berlin stießen Vanessa Gasde (15, FASS Berlin), Laura Kluge (13, Eisbären Juniors Berlin) und Muriel Scheuerlein (14, ECC Preussen Juniors Berlin) zum Team, aus dem Bereich des Sächsischen Eissportverbandes kamen Anne Bartsch (14, Jonsdorfer Falken) und Dana Reimann (14, EHV Schönheide 09) dazu. Außerdem wurde auch noch Celine Breite (13, ebenfalls Jonsdorfer Falken) mit einer Doppellizenz ausgestattet. Diese junge Dame werden die OSC-Anhänger und -Anhängerinnen aber erst zur neuen Saison bewundern können. Kurz vor Transferschluss stieß auch noch die slowakische Olympiateilnehmerin Martina Velickova (HC Bratislava) zum Team.
Es würde also eine schwere Saison werden. Die Ziele waren klar definiert: In Meisterschaft und Pokal oben mitspielen, beim European Women Champions Cup, dem Landesmeisterwettbewerb der Damen, versuchen, das Halbfinale zu erreichen.
Schon beim Trainingslager in der Nähe von Prag wurden zwei Sachen deutlich: Die mitgereisten Nachwuchsspielerinnen und die Neuzugänge wurden sofort vom Team angenommen und gut integriert, wobei alle Spielerinnen zeigten, dass sie Verstärkungen darstellen könnten. Zuversichtlich ging es also in die Saison. Und die verlief unerwartet überragend. Wer auch immer sich dem Titelverteidiger in den Weg stellte, wurde beiseite geräumt. Als gegen Planegg nicht nur beim Heimspiel im Oktober klar mit 5:1 gewonnen wurde, sondern auch im Rückspiel einen Monat später nach hartem Kampf ein 2: 1–Sieg gelang, war klar, die Meisterschaftsentscheidung führt nur über Berlin! Und so kam es dann auch; erst im letzten Saisonspiel gab es eine Niederlage. Ausgerechnet gegen den großen Konkurrenten Planegg gab es ein 2:4. Zu diesem Zeitpunkt war die Meisterschaft aber schon entschieden.
Im Pokalwettbewerb waren die Eisladies Titelverteidiger. Doch hier setzte sich eine Serie fort. Der Gastgeber kann dieses Turnier einfach nicht gewinnen. Nach dem SC Riessersee, den Grefrath Lady Panthers und dem ECDC Memmingen scheiterte auch der OSC beim Versuch, sein Turnier zu gewinnen. Verdienter Pokalsieger wurde der ESC Planegg/Würmtal, der sich damit für die entgangene Meisterschaft revanchierte.
Was die Eisladies im Europacup erreichten, hatten nun wirklich nur die wenigsten erwartet. Verstärkt durch Nikola Holmes, die aber leider nur für dieses Turnier Zeit hatte, ging es zum Vorrundenturnier nach Salzburg. Gleich im Auftaktspiel ging es gegen den Gastgeber The Ravens Salzburg. Die Salzburger wollten ihr Heimturnier unbedingt gewinnen und als erstes österreichisches Team in ein Halbfinalturnier einziehen. Das gelang nicht, die Eisladies gewannen nach einem hochklassigen Spiel mit 3:2 nach Penaltyschießen. Und ausgerechnet Nikola Holmes, die zuvor ca. ein Jahr nicht gespielt hatte, verwandelte den entscheidenden Penalty. Da die Ladies auch die beiden anderen Spiele siegreich gestalteten (gegen Herlev mit 6:2, gegen Sofia gab es mit 28:0 einen neuen Vereinsrekord - diese spielen allerdings erst seit drei Jahren Eishockey), belegten sie Platz 1 im Vorrundenturnier. Salzburg scheiterte zwar, dafür entstand aber auch eine neue Freundschaft - nämlich zwischen den Eisladies und Salzburg. Zwischen beiden Vereinen herrscht seither ein reger Informationsaustausch und Ravens-Vorstandsmitglied Silvia Fürst weilte zu den beiden folgenden Turnieren in Berlin. Spannend verlief auch das Halbfinalturnier im Dezember im Berliner Wellblechpalast. Die Eisladies wollten versuchen, Platz 2 zu belegen und sich somit für das Finalturnier zu qualifizieren. Sollte auch gelingen. Zwar unterlag das Team gegen die Espoo Blues (Finnland) mit 3:4, dann aber ging es los. Dem 9:2 – Pflichtsieg gegen den krassen Außenseiter Agordo Hockey aus Italien folgte ein 2:0-Erfolg gegen Aisulu Almaty. Das Team aus Kasachstan ist übrigens identisch mit der Nationalmannschaft des Landes. Kein Wunder, dass immer mehr von einem Wintermärchen die Rede war. Es folgte dann das Saisonhighlight, das EWCC-Finalturnier. Und wieder waren die Eisladies Gastgeber. Prag, Espoo und Moskau waren die Gegner. Mit dem Erreichen dieses Turniers stand bereits die beste Platzierung einer deutschen Mannschaft fest. Nun sollte auch der erste Sieg eines deutschen Teams her. Prag oder Espoo - gegen eine dieser beiden Mannschaften schien ein Sieg durchaus im Bereich des Möglichen. Gegen Prag wurde mit 2:3 verloren, aber gegen Espoo gelang mit 3:1 der erhoffte Erfolg. Gegen die Turniersiegerinnen aus Moskau war allerdings kein Kraut gewachsen, mit 0:8 mussten die Ladies doch deutlich Lehrgeld zahlen. Und noch am Rande bemerkt: Am Ende fehlten den Eisladies elf (!) Sekunden, um Platz 2 in der Abschlusstabelle zu belegen. Denn diese 11 Sekunden vor dem Ende erzielte Espoo gegen Prag ein Empty Net Goal und belegte dadurch auf Grund des besseren Torverhältnisses Platz 2.
Eine märchenhafte Saison endete mit drei Podiumsplätzen. Nun laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison. Sollten nicht allzu viele Spielerinnen den Verein verlassen, werden die Eisladies in der Liga Titelfavorit sein. Denn die Nachwuchsspielerinnen haben bereits gezeigt, dass sie in der Bundesliga mithalten können.
International trat in dieser Saison nur die "Pampersbande" in Erscheinung. Diese spielte erfolgreich in der neu gegründeten U15 Nationalmannschaft mit und konnten auch einige Siege erringen. Das A-Team bestritt nur einige Turniere und spielt erst im Jahr 2011 bei der B-WM in Ravensburg um den Wiederaufstieg.
Und demnächst: Eine Serie hält... |
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[Redaktion Radio Eiskalt]
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Redakteur/Autor: Norbert Stramm
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