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EISKALT
Der Mythos lebt - Eissport & Schlittschuh-Club 2007 Berlin

27.01.2010
Seit dieser Saison hat auch der Eissport & Schlittschuh-Club 07 Berlin den Spielbetrieb für seine 1. Männermannschaft in den Welli verlegt. Der Club spielt in der Sachsenliga und belegt dort kurz vor Ende der Vorrunde den 3. Platz.



Der Eissport & Schlittschuh-Club wurde 2007 nicht ganz freiwillig gegründet. Im Frühjahr 2007 schloss der Berliner Schlittschuh-Club gegründet 1893 e.V. nach einer recht eigenartig verlaufenen Mitgliederversammlung seine Eishockeyabteilung aus dem Verein aus. Daraufhin gründeten die Mitglieder der Eishockeyabteilung einen neuen Verein, dessen Ziel es ist, die Eishockeytradition des 20fachen deutschen Eishockeymeisters fortleben zu lassen. Daher trägt der Verein auch Schlittschuh-Club im Namen. Im Sommer 2007 schlossen sich nach und nach weitere Eissportabteilungen des alten Clubs dem neuen Verein an. Denn mit Beantragung des Insolvenzverfahrens verlor der Berliner Schlittschuh-Club 1893 e.V. automatisch seine Mitgliedschaft beim Berliner Eissportverband. Inzwischen hat der Club 07 fünf Sportabteilungen. Neben Eishockey wird im Verein Eisschnelllauf, Curling, Eisstocksport und Eiskunstlauf angeboten. Die Mitgliederzahl stieg mittlerweile auf über 200.

Im Senioreneishockey geht der Club mit zwei Teams an den Start. Neben einem Team in der Sachsenliga wird auch in der Landesliga um Punkte gespielt. Im Nachwuchs wird mit dem OSC Berlin zusammengearbeitet. Die erste Männermannschaft spielt jetzt im zweiten Jahr in der Sachsenliga. Letzte Saison belegte der Club Platz 3, dieser soll es auch 2009/10 werden. Die Chancen hierfür stehen ganz gut, das Team belegt kurz vor Ende der Vorrunde Platz 3. Bei den noch drei ausstehenden Partien sollte dieser verteidigt werden.

Das Team besteht aus einer Mischung von älteren Spielern, die teilweise auch höherklassig gespielt haben, und aus einigen Talenten. So wechselten insgesamt fünf Spieler per Doppellizenz von der abgemeldeten Juniorenmannschaft des ECC Preussen Juniors Berlin zum Club. Zu den erfahrenen Spielern zählen Harald Windler, der für den BSC Preussen und den Preussen Devils 34 Spiele in der damaligen 1. Bundesliga und der DEL absolvierte, Marc Dannbeck, Sebastian Grundmann, Torsten Jäckel, Martin Ohme, André Petters, Maik Kramer und Eric Wünsche, die alle schon Erfahrungen in der Regionalliga, Oberliga oder gar der 2. Bundesliga gesammelt haben. Einige von ihnen haben das Eishockeyspielen bei den Eisbären erlernt.

Und wie fast jeder Verein in Berlin hat auch der Club seine Probleme. Durch die verschlechterte Hallensituation nach der Schließung der Deutschlandhalle ist auch der Club gezwungen, teilweise die Trainingsstätte zu wechseln. Meist wird in der Paul-Heyse-Halle trainiert, da diese aber in dieser Saison dem Eishockeysport auch nur bedingt zur Verfügung steht, muss auch der Club in andere Hallen, unter anderem in den Hangar 3 in Tempelhof, ausweichen. Schlimmer aber ist, dass der Verein seit 2007 keinen festen Trainer für die 1. Mannschaft hat. Bei dieser Situation ist natürlich viel Improvisationstalent erforderlich. Dennoch gelangen den Cluberern mit viel Einsatz und Kampf durchaus achtbare Ergebnisse. Letzte Saison belegte das Team nicht nur Platz 3 in der Sachsenliga, im Sachsenpokal wurde sogar das Finale erreicht. Dort unterlagen sie dann gegen Meister ESC Dresden. Diese Saison läuft es ähnlich gut. Gegner in der Sachsenliga sind der ESC Dresden (Stammverein der Dresdner Eislöwen) die Dresden Devils, Fortuna Leipzig (Stammverein der Blue Lions Leipzig), der SV Rot Weiß Bad Muskau, ein durch einige Senioren verstärktes Juniorenteam der Jonsdorfer Falken und die zweite Mannschaft von FASS Berlin. Die Saison verlief wie erhofft gut, dennoch wäre mit mehr Konzentration auch mehr möglich gewesen. Denn bei den Heimspielen gegen die Favoriten ESC Dresden (4:8) und Fortuna Leipzig (8:9) unterlagen die Berliner zwar, beide Spiele hätten aber durchaus gewonnen werden können. Auch bei den Auswärtsspielen gegen die beiden Topteams wäre der eine oder andere Punktgewinn möglich gewesen. In Dresden verlor das Team nach einem 5:5 Zwischenstand zur zweiten Pause mit 5:10, in Leipzig unterlag ein Miniaufgebot mit 0:2. Gegen die anderen Gegner gab man sich keine Blöße. Die Lokalderbys wurden genauso gewonnen (5:3,10:6), wie die beiden Vergleiche mit den Jonsdorfer Falken (9:3/9:2). Und auch bei Bad Muskau wurde klar mit 7:2 gewonnen. Nun hat der Club noch drei Spiele zu absolvieren. Zu Hause im Wellblechpalast empfangen sie noch Bad Muskau (5.2.10 15:00 Uhr) und die Dresden Devils (31.01.10 16:00 Uhr), zu denen dann noch gereist wird. Sollten auch diese gewonnen werden, was durchaus möglich ist, wird der Club wie im Vorjahr als Dritter in die Play Off gehen, womit das Saisonziel erreicht wäre. Und wenn die Berliner dann konzentriert in die Spiele gegen Leipzig gehen, ist vielleicht auch der Sprung ins Finale möglich. Topscorer nach neun absolvierten Partien sind Harald Windler mit 10 Toren und 12 Vorlagen aus sieben Spielen, André Petters (8 T, 7 A, 7 Sp.), Marek Strzelecki mit zwölf Punkten (4 T, 8 A) aus fünf Spielen sowie Gerd Stodiek (6 T, 5A, 5 Sp.) und Torsten Jäckel (4 T, 7 A, 7 Sp.) mit jeweils 11 Punkten. Strafbankkönige sind Mario Pohland mit 49 Minuten aus acht Partien, gefolgt von André Petters. Er kommt auf 26 Minuten aus sieben Spielen. Torsten Jäckel (22 Minuten, 7 Sp.) und Marco Ciarmatori (22 Minuten, 3 Sp.) folgen auf den Plätzen.

Die Verantwortlichen des Schlittschuh-Club sind mit der Entwicklung des Vereins durchaus zufrieden. In den letzten drei Jahren haben eine Handvoll Leute aus dem Nichts einen gut funktionierenden Verein aufgebaut. Der Mythos Schlittschuh-Club lebt also weiter, wenn auch in kleinerem Rahmen. Von einem Start in der Regionalliga distanziert man sich beim Club derzeit noch. Denn dazu müssten, neben einem Trainer, vor allem die nötigen Geldgeber und Unterstützer gefunden werden.

Weitere Informationen zum Club gibt es auf folgenden Internetseiten: Vereinsseite: http://www.schlittschuhclub-berlin.de Eishockeyseite: http://.schlittschuh-club.com Eishockeyfanseite: http://.schlittschuhclub.de.tl/# 

Der Bericht ist erschienen im Eis-Dynamo - das Fanzine der Eisbären 111, Januar/Februar 2010


[Norbert Stramm/Radio Eiskalt für Eis-Dynamo - das Fanzine der Eisbären 111, Januar/Februar 2010]

Redakteur/Autor: Norbert Stramm
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