Montag, den 12. Dezember 2011 um 02:10 Uhr ECC Preussen Juniors Berlin / FASS Berlin
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      Nachfolgend Berichte zum Spiel ECC Preussen Junirs Berlin - FASS Berlin

        Balsam für die geschundene Preussenseele

         

        Nach der 0:6 Niederlage tags zuvor in Chemnitz zeigten die Preussen ihr wahres Gesicht.

        Die keineswegs enttäuschenden Akademiker wurden mit 6:5 bezwungen.

        Wer hätte gedacht, dass gleich die erste Szene im Spiel entscheidend sein wird?

        Preussen gewann das Anfangsbully und fuhr gleich eine Attacke auf FASS-Goalie Christian Krüger. Das brachte das Spitzenteam von der Panke gleich aus dem Konzept und ihre Antwort war ein fragwürdiges Hockey wie es der Berichterstatter selten gesehen hat.

        Auch die Preussen-Spieler sind keine Kinder von Traurigkeit, aber vorsätzlich verletzen wollten sie ihre Gegenspieler nicht. Der in den bisherigen Spielen tadellos leitende Hauptschiedsrichter Benjamin Heyll lies sich von der aufgeheizten Atmosphäre anstecken und verteilte im ersten Drittel merkwürdige Strafen gegen die Preussen-Cracks. Nach der ersten Pause leitete er aber gewohnt souverän durch die Begegnung.

        Nachdem sich die Gemüter zunächst wieder beruhigt hatten, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch und die Gäste wirkten zunächst zielstrebiger. Folgerichtig gingen sie ausgerechnet durch den Expreussen-Spieler Rick Giermann in Führung. Nun war der Ehrgeiz der Preussencracks endgültig entfacht und angetrieben durch Kapitän Philip Reuter, Kay Hurbanek und Jeff MacPhee übernahmen sie jetzt das Kommanda auf dem Eis. Es bedurfte noch ein paar Saves durch Mister Fanghand, Benjamin Grunwald, und der Preussen-ICC nahm Fahrt auf. In der 12. Minute der erlösende Ausgleich durch Vincent Scarsella, genannt die Wühlmaus.

        Im zweiten Drittel zunächst der erneute Rückstand für die Gastgeber durch Roman Veber, der zwischendurch auch begriffen hat, dass der Schläger aufs Eis und nicht in Gesichtshöhe des Gegenspielers gehört. Gleich im Gegenzug die Antwort der Preussen durch Patrick Neugebauer und kurz darauf gingen die Charlottenburger durch ein sehenswertes Tor von Eric Neumann in Führung.

        Nun schlug die Stunde von Benjamin Hecker. Kann man bei Preussen die Leistung von Goalie Benni Grunwald nicht hoch genug einschätzen, gebührt aber dem anderen Bennie der Titel „Spieler des Tages“.

        Durch einen Doppelschlag brachte der 1.90m Hühne seine Farmer in Führung und sorgte nebenbei noch für dringend erforderliche Verschnaufpausen für seine Mitspieler. Minutenlange Diskussionen mit dem Schiedsrichter brachte die Fans der Preussen derart in Rage, dass ab sofort nur noch ein „Mecker Hecker“ durchs weite Rund schallte.

        Nun war es an der Zeit, dass Christian Leers seinen ehemaligen Kameraden eine einschenkte.

        Welch Ballast ist von ihm abgefallen und der Jubel wollte kein Ende nehmen.

        Mit 4:4 ging es in die letzte Pause.

        Natürlich war es Benjamin hecker vorbehalten seine Farben erneut in Führung zu bringen und die Anhänger der Heimmannschaft ahnten Ungemach.

        Doch weit gefehlt! Jetzt zeigten die Preussen mit schweren Knochen und lädierten Gliedern welch Moral in der Truppe steckt. Zunächst der Ausgleich durch Jeff MacPhee, Neuzugang aus Kanada. Leider haben sich die Schiedsrichter auf in eingeschossen und wen er nur mit der Wimper zuckt, geht es aufs Bänkchen. Er spielt ein körperbetontes Hockey, keine Frage, aber fair und sauber wie man es aus Übersee kennt.

        „Steht auf wenn ihr Preussen seid“ war drei Minuten vor Schluss die Aufforderung der Fans an die versammelte Preussengemeinde. Der Mann der wichtigen Tore fühlte sich persönlich angesprochen und netzte zum Siegtreffer ein. Nils Watzke wieder mal im Mittelpunkt, was er gar nicht leiden kann. Coach Stefan Mann verharrte noch minutenlang in der Box und durfte von dort aus beobachten, wie die Fans ihr Team feierten.

        Balsam auch für seinen unermüdlichen Einsatz, der endlich mal belohnt worden ist.

         

        Stimmen zum Spiel:

        Heiko Awizus, ehemaliger Trainer beider Mannschaften:

        Das Spiel hat keinen Verlierer verdient. Ein messerscharfes Spiel mit zwei gleichwertigen Teams. Zur Spielweise von Fass, ich bitte hier um Verständnis, möchte ich mich nicht äußern.

         

        Nils Watzke:

        Bitte lasst mich nur nach Hause gehen.

         

        Benjamin Hecker:

        Ich bin total fertig. Leider wurden wir für unseren Aufwand nicht belohnt.

         

        Stefan Mann:

        Die Mannschaft hat sich heute für den Aufwand, den wir seid Mai des Jahres betreiben belohnt. Ich will auch nicht viel meckern. Aber die Ansprüche von Jochen Molling und mir gehen noch weiter. Mehr als drei Gegentore dürfen wir in Zukunft nicht mehr zulassen.

        Ich will auch die Gelegenheit nutzen und mich bei allen, Vorstand, Helfern und Fans bedanken, dass wir in schwierigen Zeiten zusammen gehalten haben.

         

        Statistik:

         

        ECC Preussen - F.A.S.S Berlin 6:5

        1.Drittel
        08.Minute 0:1 Rick Giermann (F.Patrzek)
        12.Minute 1:1 Vincent Scarsella (E.Neumann, K.Hurbanek)

        2.Drittel
        23.Minute 1:2 Roman Veber (A.Johnssen, J.Ludwig)
        24.Minute 2:2 Patrick Neugebauer
        26.Minute 3:2 Eric Neumann (D.Simon)
        27.Minute 3:3 Benjamin Hecker (P.Czajka, C.Scholz)
        31.Minute 3:4 Benjamin Hecker (J.Gerstung, C.Gries)
        33.Minute 4:4 Christian Leers (E.Neumann)

        3.Drittel
        44.Minute 4:5 Benjamin Hecker (P.Czajka)
        45.Minute 5:5 Jeffrey MacPhee (C.Leers)
        57.Minute 6:5 Nils Watzke (P.Reuter, V.Scarsella)

        Strafe:
        ECC Preussen : 34 // F.A.S.S : 14 (ECC Preussen Juniors Berlin

        Charlottenburg – F.A.S.S. Berlin

         

        Genau... den Titel konnte ich mir jetzt mal nicht verkneifen, denn schließlich hat der Stadionsprecher ja auch lieber stets und ständig "Siegmundshof" als Vereinsnamen benutzt...

        Lokalderby in Berlin... die Anhänger längst verlorener Glorie aus Charlottenburg gegen den um alle 4 U20-Nationalspieler dezimierten Kader der Akademiker, definitiv ein Spiel auf Augenhöhe der ehemaligen Deutschlandhallenbewohner.

        Mit breiter Brust und sichtlich auch dem Willen etwas zu erreichen gingen die Gastgeber ins Rennen, die Akademiker als Gäste in eigener Halle zunächst nicht in der Lage wirkungsvoll gegenzuhalten. Die Weddinger hatten sichtlich Probleme mit den frühen Angriffen und der Spielweise der Reihe um die neuen Nordamerikaner der ehemaligen Messegeländebewohner. Eine spielerisch sehr fitte Reihe, die es den Gastgebern sicherlich möglich machen wird, die rote Laterne an irgendjemand anderen auszuhändigen.

        Trotz allem: Mir einem Schlag sind in der 8. Minute zunächst die Gesänge der Gastgeber verstummt, denn die Akademiker liegen mit 0:1 in Führung. Doch in der 12. Minute der Ausgleich in Überzahl, mit dem es auch in die Pause ging. 6 weitere gleichmäßig verteilte Tore fielen dann im Mittelabschnitt, in dem es zunehmend ruppiger zuging. Es bleibt dabei vor allem die allgemeine Erkenntnis, dass man nun mal auf der Strafbank keine Spiele gewinnt und beide Teams verschenkten in diesem Abschnitt jeweils errungene Führungen wieder.

        Als Anhänger der Akademiker von F.A.S.S. Berlin sieht man sich in dieser Saison derart wechselhaften Spielergebnissen relativ gelassen gegenüber, denn schließlich haben die Jungs schon oft bewiesen, wie man solche Spiele am Ende noch drehen kann. Doch diesmal war die Glücksgöttin Fan des anderen Teams, denn als man im Schlussabschnitt nach erneuter Führung nun wieder den Ausgleich kassierte und dann 2 Minuten vor Schluss 6:5 (1:1, 3:3, 2:1) zurücklag, reichte auch aller noch mal dargebotener Kampf nicht mehr aus, dieses Spiel nochmal zu drehen.

        Glückwunsch also für diesen mühsamen Sieg an die gastgebenden Hallengäste aus Charlottenburg und Anerkennung ein weiteres mal an den heute sehr dünnen Kader der Akademiker, der uns erneut ein bis zur letzten Minute spannendes Spiel der Eishockey-Oberliga-Ost geboten hat!

        Das Re-Match findet am 30.12.2011 statt, und man wünscht sich eine würdige Kulisse für das letzte Eishockeyspiel des Jahres: Macht das FASS voll am 30.12.2011 und bietet beiden Teams eine Kulisse, die der erfolgreichen Eishockeynachwuchsarbeit in Berlin insgesamt gerecht wird!

        Für die Akademiker kommt es nun am folgenden Sonntag (18.12.2011, 14 Uhr) gegen die Wild Boys aus Chemnitz darauf an, wieder an vorherige Leistungen anzuknüpfen und den Anschluss an die Tabellenspitze nicht vollständig zu verlieren, bis es zum Jahresabschluss erneut gegen die Charlottenburger geht. (FASS Berlin)

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