Bundestrainer Jakob Koelliker weilt derzeit mit dem Nationalteam in Weißrussland. Dort beginnt am Freitag der BelSwissCup, der dieses Jahr Premiere feiert, nachdem 2011 der isländische Vulkan Eyjafjallajökul viele Flugverbindungen nach Minsk und somit schlussendlich den Cup verhindert hatte. Natürlich will er in Weißrussland gewinnen, die Maßnahme könnte aber auch zukünftige junge Nationalspieler hervorbringen.
Welche Chancen rechnen Sie sich beim BelSwissCup aus?
Das Turnier dient uns vor allem dazu, Spieler zu sichten. Klar fährt man zu einem Turnier, um zu gewinnen. Der Wettbewerb ist toll, ein guter Zeitpunkt und wenn wir bei der Premiere des BelSwissCup auch noch gewinnen könnten wäre das eine große Motivation und Bestätigung unserer Arbeit. Wir wollen wissen wo wir stehen, weiter in die Tiefe gehen und schauen wie wir uns gegen Topnationen behaupten können.
Zuerst geht es gegen die Gastgeber. Was macht die Mannschaft Weißrusslands aus?
Die Weißrussen sind ein eingespieltes Team. Es werden viele Spieler aus der russischen Liga KHL dabei sein und vielleicht auch einige NHL-Spieler. Das russische System insgesamt ist schnell und athletisch. Uns erwartet ein guter Gegner.
Je nachdem wie die Partie Schweiz – Slowakei ausgeht, gegen einen der beiden tritt die deutsche Mannschaft an. Beim Deutschland Cup gewann das deutsche Team 4:2 gegen die Eidgenossen. Gegen die Slowaken hieß es in München am Ende 3:6-Niederlage. Können Sie beschreiben, was die Slowaken stark macht?
Sollte es gegen die Slowakei gehen müssen wir versuchen die Fehler, die wir gegen das Team beim Deutschland Cup gemacht haben, auszumerzen und zu vermeiden. In München haben wir ein paar unnötige Fehler gemacht, die uns vielleicht sogar den Sieg gekostet haben, denn eigentlich waren wir mit der Slowakei auf Augenhöhe. Für ein Spiel beim BelSwissCup müssen wir im Grunde nicht viel ändern. Überhaupt stellen wir für den jeweiligen Gegner nicht alles um. Wir gehen den Weg weiter, den wir jetzt eingeschlagen haben und verfeinern unser System. Wenn wir auf die Schweiz treffen, dann ist das so.
Sie sind also schon ganz im WM-Fieber?
Natürlich ist der BelSwissCup schon Teil der WM-Vorbereitung. Auch der Deutschland Cup war das bereits. Und vor allem auch die Spiele mit dem Top Team Sotschi haben zur Formung der Mannschaft beigetragen. Mit Garret Festerling, David Wolf, Daniel Pietta oder Patrick Hager haben sich junge Leute angeboten und für die Nationalmannschaft empfohlen. Jetzt in Minsk haben wir Alexander Barta und die beiden Goalies Dennis Endras und Dimitri Kotschnew dabei. Wir müssen jetzt einfach schauen, wer für die WM ins Puzzle passt.
Im April steht die Euro Hockey Challenge mit den Gegnern Russland und Dänemark auf dem Programm. Denken Sie bereits auch über diesen Kader nach?
Wir müssen abwarten, wer in die Play-offs kommt. Davon hängt kadertechnisch viel ab. Wir werden auf jeden Fall aber wieder Gelegenheit haben, junge Spieler zu testen, auch solche, die es dieses Jahr noch nicht in die WM-Auswahl schaffen. Ich habe immer den Perspektivkader im Kopf, der jungen nachrückenden Spielern die Chance auf internationale Spielpraxis gibt. Ich kann da schon sehen, wer sich aufdrängt.
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